Bootssport Historie von Wolfgang
Hier werden Bilder und Videos gezeigt, die einen Überblick darüber geben,
wie alles begann und wie es aktuell (2024) aussieht.
Es begann für mich mit dem Bootssport Ende der 60er-Jahre in Pommern an der Mosel. Meine Eltern meinten, sie müssten sich neben einem Wohnwagen nun auch noch ein Boot zulegen.
Der Wohnwagen stand direkt am Ufer der Mosel – Camping unmittelbar am Wasser. Das Boot kam dann recht zügig dazu. Am Anfang war es natürlich ein Schlauchboot, ich meine von Wiking, mit Holzboden und stolzen 15 PS: ein Johnson Gala Zweitakter aus dem Jahr 1961. Hinter dem Boot konnten wir – mein Bruder und ich – Wasserski fahren und durften auch einmal selbst ans Steuer bzw. an die Pinne.
Anfang der 1970er-Jahre bekamen wir dann eine Helwig mit einem 50-PS-Mercury, diesmal mit Selbststart und natürlich einem richtigen Lenkrad. In dieses Boot wurde sogar ein VW-Käfer-Benzintank im Bug eingebaut – und los ging die Fahrt. Damals noch alles ohne Führerschein; der wurde erst um 1975 eingeführt und war dann ab 14 Jahren möglich. Für mich ging das natürlich nicht, ich war zu jung – hatte aber Bestandsschutz.
Nach einigen weiteren Jahren Campingurlaub an der Mosel stand Ende der 70er die Trennung meiner Eltern an, und damit war auch der Bootssport abrupt beendet.
Nach etwa 25 Jahren Abstinenz traf ich einen alten Bekannten, der zu mir sagte: ‚Komm doch mal mit an den Rhein nach Hitdorf. Dort habe ich ein Boot liegen, und wir könnten damit mal rausfahren.‘ Gesagt – getan, und schon hatte es mich wieder gepackt; ich war erneut infiziert.
Mein erster Kauf 1995 war eine Sea Ray 270 Sundancer, Baujahr etwa 1984, mit einem OMC-Motor und OMC-Antrieb. Der Antrieb war eine Katastrophe – die Lenkung fiel mehrfach aus, und das auf dem Rhein. Eine Erfahrung, die wirklich niemand braucht. Ich lag damit einige Jahre beim NCK an der Spundwand in Hitdorf, bis ich eines Tages zerbrochene Bierflaschen auf meinem Boot entdeckte.
Da hatten tatsächlich Personen leere Flaschen auf die Boote geworfen. Das hatte sich dort offenbar zu einer Art ‚Sport‘ entwickelt, und ich wollte auf keinen Fall bleiben. Der Zufall kam mir zu Hilfe: Ein Kollege, der mir immer neue Reifen für meinen Porsche besorgte, war Hafenmeister im Yacht-Club Leverkusen-Hitdorf. Perfekt – ich musste nur rund 100 Meter weiterfahren, anlegen und fertig. Und dort gab es auch keine Personen mehr, die mit Flaschen auf Boote warfen.
Die Sea Ray konnte ich dann gut verkaufen und kaufte mir anschließend eine Sealine 285 Family mit zwei Volvo-Penta-Vierzylindern und zwei 290-Single-Antrieben. Nach der Erfahrung mit dem einen OMC-Motor inklusive Antrieb war mir klar: Im nächsten Boot müssen zwei Motoren sein. Das ist auf dem Rhein wirklich besser – einer kann immer ausfallen, wie ich schmerzhaft lernen musste.
Mit der Sealine ging es dann wesentlich entspannter auf dem Wasser zu. Ich bin öfter die Mosel hoch- und runtergefahren, selbst Roermond in Holland habe ich einmal besucht. Mit dem Auto maximal zwei Stunden, mit dem Boot zwei bis drei Tage – ‚Der Weg ist das Ziel‘. Aber mal eben schnell ausfahren geht mit der Sealine natürlich nicht; man benötigt etliche Stunden Vorbereitung. Angefangen bei Kaffeemaschine und TV festzurren, Wasser und Superbenzin tanken – und alleine fahren geht auch nicht besonders gut, Anlegen und Ablegen schon gar nicht.
Es musste also ein Spaßboot her, und es wurde eine Helwig mit 50-PS-Mercury, ähnlich wie damals an der Mosel.
Die Sealine 285 hatte ich dann einige Jahre, aber es kam immer wieder mal ein weiteres Spaßboot dazu. Nach der Helwig kam eine 5-Meter-Campion Allante 505 CD Limited Edition mit 115-PS-Außenborder, dann eine Stingray 200 CX mit 250-PS-Sechszylinder-Innenborder, mit der ich erstmals die 100 km/h geknackt habe. Und 2014 schließlich eine Baja Boss mit ca. 500 PS, 8.2-Big-Block, die ich sehr schätze und die auch aktuell noch eine Menge Spaß macht.
So begann auch das Organisieren eines Baja-Treffens, welches ich 2017 ins Leben gerufen habe und bei dem wir inzwischen über 100 Mitglieder in Europa sind. Zu meinem Glück hat sich ein mittlerweile guter Freund bereit erklärt, diesen Part mit zu übernehmen – und ich danke Kersten an dieser Stelle sehr dafür.
Die Sealine 285 Family ist nun ebenfalls in die Jahre gekommen, und es wurde Zeit für eine Veränderung. So kam es 2018 zu meiner aktuellen Princess 330 Fly: zweimal Volvo Penta TAMD41, insgesamt 2 × 200 Diesel-PS, mit Wellenantrieb. Die Baja passt perfekt dazu – ein harmonisches Beisammensein.
Kersten - Wolfgang - Armin
Das war eine kurze Übersicht von Ende 1960 bis Mitte 2020, ca. 50 Jahre Bootssport.